Hochbeet Transportkisten selbst bauen

Rucola, Karotten, Tomaten, Paprika, Kopfsalat und Mangold schmecken am besten aus dem eigenen Garten. Das dachten wir uns auch und haben bei unserem Umzug ins Haus vor einigen Jahren beschlossen, uns so bald wie möglich ein Hochbeet zuzulegen. Bei unseren Spaziergängen durch unser Dorf sind uns dabei die Hochbeete einer Nachbarin ins Auge gestochen. Nicht weil sie jetzt besonders groß oder Hightech waren, sondern weil wir das „Upcycling“ sehr hübsch fanden: ein Hochbeet aus alten Transportkisten. Mein DIY-Herz hat gleich einmal höher geschlagen. Ein paar Monate später haben wir uns – nach genauem Studium was wir tun müssen – an die Arbeit gemacht. Das Ergebnis: Nicht nur ein wunderschönes Beet, sondern bald auch noch genug Gemüse, um uns die Bäuche vollzuschlagen. Im letzten Jahr haben wir schon fast den ganzen Sommer nur unseren eigenen Salat gegessen, dieses Jahr wird es sicher besser – vor allem, weil wir viel dazugelernt haben.

Nachdem jetzt wieder die Zeit gekommen ist, um sich ein Hochbeet zu bauen, teile ich mit euch jetzt auch, wie ihr am Besten aus Transportkisten ein Hochbeet bauen könnt.

Ein Guide wie ihr aus Transportkisten (oder auch allen anderen Kisten) ein Hochbeet machen könnt.

Was brauchst du das selbstgemachte DIY Hochbeet?

  • Ein paar Transportkisten – es geht aber auch mit anderen Kisten, z.B. Obstkisten. Unsere sind von der Bahn inklusive Aufsatzrahmen
  • Ein paar Ziegel um das Beet in die richtige Höhe zu bringen  und gegen die Nässe von unten zu schützen
  • 2 Europaletten
  • Astschnitt von Bäumen und Sträuchern
  • Erde
  • Nahrhafte Gemüseerde oder spezielle Hochbeeterde
  • Samen und Pflänzchen

Werkzeug

  • Schaufel
  • Tacker
  • Wasserwaage
  • und eine lange Stange/Brett – Los gehts!

DIY Hochbeet mit Transportkisten – Schritt für Schritt Anleitung

1. Geraden Untergrund erstellen für die Stabilität

Wenn du ein Hochbeet auf einer Terrasse oder am Balkon machst, solltest du auf jeden Fall klären, ob das mit dem Gewicht überhaupt machbar ist, bzw. ob das auch erlaubt ist. Dann kannst du eigentlich loslegen. Solltest du dein Hochbeet im Garten bauen wollen, musst zuerst mal dafür sorgen, dass der Untergrund gerade ist, damit auch dein Hochbeet am Ende gerade wird.  Damit es auch gerade bleibt, musst du Ziegel einbauen. Um die richtige Breite und Länge auszugraben, haben wir alles mit einem Maßband ausgemessen. Mit Stangen haben wir markiert, wie breit und tief wir graben müssen. Mithilfe einer Wasserwaage kann man dann auch die verschiedenen Höhen ausnivellieren. Die ausgestochenen Rasenziegel nicht wegwerfen, sondern für später aufheben.

Damit die Transportkisten nicht mit der Zeit einsacken, ist es sinnvoll, zwischen den Ziegeln und der Transportkiste Europaletten zu legen. Wichtig ist, dass du mit der Wasserwaage kontrollierst, ob auch alles waagrecht ist. Danach kannst du die Kisten auf die Europalette stellen. Wir haben uns zusätzlich zwei Aufsätze für diese Transportkisten besorgt (gibt es standardisiert bei der Bahn) damit die Kiste höher ist und wir damit auch mehr Erde hineinbekommen.

Im nächsten Schritt haben wir die Kiste  mit einer Noppenfolie verkleidet. So gehen die Kisten durch die Feuchtigkeit nicht kaputt und es gelangt genügend Luft zur Kistenwand. Außerdem dient es als Dämmung für die Pflänzchen.

Nun haben wir das Hochbeet befüllt. Wichtig ist, dass im Hochbeet die verschiedenen Schichten passen. Aufgrund dessen, dass wir viel Erde für die Ziegel augestochen haben, haben wir uns entschieden auch diese Erde zu nutzen. Das ist sparsam. Dafür kann es allerdings sein, dass man später vermehrt Unkraut in seinem Hochbeet findet.

1/3 Äste ( bei uns 20cm)

Im ersten  Schritt werden – wenn du welche hast – Äste hineingegeben. Am Besten den Schnitt, den man so und so im Frühjahr macht.

Sofern verfügbar –  kannst du auf dies Äste die ausgestochene Rasenziegel verkehrt herum auf die Äste legen.

Als letzten Schritt kannst du jetzt einfach Pflanzenerde nehmen und nochmal ca 1/4 – bei uns  ca. 20 cm auffüllen (muss keine besondere Erde sein). Danach nimmst du die etwas teurere Gemüse- und Hochbeeterde und schüttest den Rest auf. Fertig ist dein Hochbeet!

Samen sind am besten in den „Scheiben und Bändern“ dann haben sie gleich den richtigen Abstand. Aus Erfahrung aus den letzten Jahren würde ich aber gleich die Setzlinge kaufen – da dauert es dann nicht mehr so lange oder du setzt sie schon frühzeitig Zuhause an. Ich benutze dazu ein kleines Glashaus aus Kunststoff und Kokos Quelltabletten. Du kannst auch Anzuchttöpfchen kaufen und diese nutzen oder in verschiedenen Haushaltsgläsern die Samen wachsen lassen. Ein kleiner Trick: Einfach die Gläser mit einer Klarsichtfolie überspannen – dann sind sie wie ein kleines Glashaus und die Pflanzen wachsen besser.

Die Pflanzen im Hochbeet müssen nicht nur regelmäßig gegossen werden, sondern auch immer wieder gedüngt werden, da sie Nährstoffe brauchen. Das solltest du nicht vergessen!

Tipps & Tricks rund ums Hochbeet

Hochbeet und Schnecken – eine Lösung

Das ewige Thema: Schnecken. Die Schnecken solltest du jeden Morgen entfernen. Am Besten besorgst du dir ein Kupferband  damit sie nicht so gerne raufklettern – leider kommen sie aber immer wieder hinein. Deswegen unbedingt immer wieder hineinschauen. Ist der Befall zu groß, muss man meistens härtere Methoden anwenden. Ich habe schon sehr viel ausprobiert. Das einzige was wirklich hilft sind Bierfallen – die stelle ich aber nur auf, wenn es wirklich anders nicht geht. Ansonsten werden sie gesammelt.

Welches Gemüse solltest du im Hochbeet anpflanzen?

Ich persönlich finde alle Formen von Salaten am besten: Rucola und Pflücksalat wachsen ständig nach und sind wirklich pflegeleicht. Für den Anfang sind auch Karotten, Radieschen und Mangold sehr einfach.  Tomaten sollte man immer im Topf pflanzen, genauso wie Zucchini oder Paprika oft besser im eigenen Topf wachsen – zumindest bei mir.

Wo kannst du in und rund um Wien Pflanzen fürs Hochbeet kaufen?

Grundsätzlich kannst du in den meisten Gartenmärkten Samen und Gemüsepflanzen kaufen. Ganz egal ob Bellaflora, Dehner oder Starkl – sie haben alle Pflänzchen die man sich wünscht. Auch Ja! Natürlich bietet bei Billa Bio-Samen an.
Nachdem ich im Raum Mödling wohne, kann ich noch die Arge Chance und Blumen Ludwig empfehlen. Auch wenn man mal eine Frage hat zu Pflanzen oder Schädlingen sind die top informiert und haben auch gute pflanzliche Tipps.  Wer das ganze mit einem Ausflug verbinden möchte und wirklich auch alte Sorten kaufen mag, dem kann ich die Arche Noah und den Ybbser Kräutergarten empfehlen. Nicht nur wunderschön, sondern haben wirklich fast alles was das Herz so begehrt. Wenn du etwas bestimmte suchst, einfach vorher anrufen.

Ganz egal wo du deine Samen und Pflanzen kaufst: Entscheide dich für Bio! Damit tust du dir und der Umwelt etwas Gutes.