César Manrique steht für  seine von u.a durch Jackson Pollock und Andy Warhol inspirierte Kunst, seine Landschafts-nahen Architektur, der Liebe zur eigenen Heimat und dem Schutz der Welt.  Im Herzen  von den Lanzeroteños wird er wegen seiner starken Persönlichkeit  und seinem unermüdlichen Einsatz für seine Heimat getragen.
Heute kann man seine Arbeit vor allem in Lanzarote bewundern. Er ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Insel zum großen Teil das geblieben ist, was sie war und ihre eigene Kultur erhalten konnte. Ob das so bleiben wird und dieser wundervollen Insel nicht doch noch das gleiche Schicksal der geldgierigen Hoteliers, Grundbesitzer und Tourismusbetreiber wie auf Teneriffa oder Gran Canaria bevorsteht, hängt nun ab, ob sein Vermächtnis von den nächsten Generation bewahrt wird. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass sie das schaffen – denn schon heute sieht Hotelanlagen die einem im Herz weh tun.

Eine Architektur der Gleichgültigkeit macht sich immer dort breit, wo die Politik käuflich ist und die Großgrundbesitzer ihre Hosentaschen nicht voll bekommen können. Menschen die heute so viel Geld haben, dass sie Landschaft und Kultur von Regionen nachhaltig gestalten könnten, entscheiden sich bewusst  dafür das Geld nicht in ihrem Land zu investieren  oder ihren Einfluss zu nutzen, um gutes für ihre eigene Heimat zu tun, sondern setzen ihren Grips und ihr Know-How dafür ein sich ständig zu überlegen wie sie mehr von dem bekommen können, was sie in ihrem Leben nie ausgeben können. Etwas das mich seit meiner Kindheit kränkt und mir das Herz blutet – die Kanaren sind so wundervoll vielfältig, liebevoll und unterschiedlich – es hat eine so reiche Flora und Fauna… Schade drum.

Was mich hier selbst so aufregt, ist auch ein Teil dessen was César Manrique wohl gesehen hat und auch viele Menschen in Lanzarote so sehen.

César Manrique im Herzen der Lanzaroteños

“Silvester auf Lanzarote? Was tun?” Dachten wir uns und haben uns dem Flow hingegeben. Angefangen haben wir den letzten Tag des Jahres mit einer Inselrundfahrt mit einem Stop im süßen Famara. Danach sind wir durch Zufall in ein sehr gutes spanisches Lokal mitgegessen gewesen, den Sonnenuntergang haben wir  beim Mirador del Rio genossen und anschließend sind wir nichtsahnend nach Arrecife gefahren. Wie immer, haben wir uns verfahren, sind in eine Gasse hineingefahren und dann standen plötzlich hunderte Menschen auf der Straße vor einem Lokal, wo laut Billie Jean gespielt wurde. Uhrzeit: 19 Uhr Nichts wie hin!

Wir haben schnell das Auto abgestellt und sind gleich mal hingegangen, haben uns eine Cerveza geholt und mit den vielen Leuten getanzt – man muss die Feste feiern wie sie fallen! Wie es so in Spanien ist, wird man sofort in die Runde genommen, es wird getanzt und jeder freut sich darüber, dass man mitfeiert. Als ich einen Mitfeiernden (er sag wie ein Alejandro aus) frage „Was ist das eigentlich hier sonst so?“ verändert sich seine Mimik, seine Augen leuchten auf und er sagt mir „Das ist ein Kulturzentrum für César Manrique, ein richtig kultureller Ort. Bis jetzt gab es hier nie Partys aber heute haben sie von 14 -20 Uhr Silvester vorgezogen – das erste Mal. Er ist so ein wichtiger Mensch für uns und für Lanzarote…“ als ich ihn nochmal ansehe, hält er seine Hände ans Herz und ich Blicke in feuchte Augen – hier lebt Manrique weiter und man kann ihn spüren. Und gleichzeitig hat er  uns einer der lustigsten letzten Tag des Jahres geschenkt.

Verlasse Lanzarote nicht ohne zumindest eines von César Manriques Häuser zu besuchen

Ein Haus in einer Magma-Kammer? Ja, das gibt es. Das Haus, das César Manrique gebaut hat und heute seine Fundación behebehergt  ist mitten in einem erstarrten Lava Feld. Wenn man aus den großen Fenstern sieht, sieht man die schwarze Lava und wie sie durch die Erkaltung in Schichten erstarrt ist. Ein Anblick, bei dem man kaum wegschauen kann.

In Kontrast dazu das weiße Haus, der Boden, der reinweiße Pool mit blauem Untergrund, die Wohnzimmer in Höhlen aus denen Bäume herausragen durch welches auch das Licht in die Höhle kommt, Wohnzimmer mit einem großen Ausblick – ein Traum.

Wahre Kunst ist zeitlos

Das was César Manrique  hier gebaut hat, ist zeitlos,  unerwartet, heimatliebend, herzerwärmend.  Die Naturmaterialien, die Formen, die Farbe, der Einrichtung und Pflanzen – ein Traum, wie man in meinen Bildern sehen kann und auch wohl ohne Grund in den 70/80 gern jedes Magazin publiziert hat. Die Bilder sind nur ein Einblick, zu dem was man hier findet,  es ist magisch.

Noch magischer für mich – weil ich ja jemand bin der alt und neu gerne mischt, war für mich sein zweites Haus in Haría. Eine alte Finca, die er nach seinen Vorstellungen umgestaltet hat und in dem er bis zu seinem tragischen Tod gelebt hat. Hier darf man keine Fotos machen, allerdings findet man hie rund hier einige Artikel und Fotos dazu im Internet, wie z.B. hier. Das Wohnzimmer hat mich dabei extrem beeindruckt  – mit seinen 60 bis 80 m2 und den wundervollen Kamin, den vielen Büchern und Zeitschriften in den Regalen, in dem auch einige meiner Lieblinsgbücher standen, wie „Platero y yo“ . Am liebsten hätte ich mich auf die Couch gesetzt und hätte einfach den Raum und seine Energie inhaliert. Einer meiner künstlerisches Highlight in diesem Haus, sieht man, nur wenn man sehr genau hinsieht. Gleich nach dem Eingang im Gästezimmer geht eine gesperrte Stiege hinauf – hier hängt eine wunderbare Collage von Manrique, die mich nicht mehr losgelassen hat.

Was man noch von César Manrique  besuchen sollte

Leider haben wir es nicht in die Jameos de Augua geschafft (das hole ich sicher so bald wie möglich noch nach) . Wer eine Reise nach Lanzarote plant, sollte schauen ob sie dort oder in der Cueva de los verdes ein Konzert spielt. Mit etwas Glück kann man dort einen wunderbaren Abend erleben. Es gibt noch den Jardin de Cactus ( der nach seinen Vorgaben gemacht wurde),  Mirador del Rio  und das Restaurant im  Nationalpark Timanfaya (das Gebäude ist nicht so schön, aber den Nationalpark muss man besuchen)

Tipps für deinen Besuch der César Manrique Häuser & Museen

Am besten solltest du recht Früh oder am späteren Nachmittag hingehen. Dann hat man eine Chance, dass nicht allzu viele Leute die verschiedenen Plätze besichtigen. Vor allem sollte man schauen, das man mit seinem eigenen Auto anreist und so womöglich keine Reisegruppe erwischt. Für die zwei Häuser gibt es ein Sammelticket, ein weiters kann man für die anderen Gebäude nehmen und spart damit einiges an Geld. Wenn du ein Auto nimmst, kannst du noch viele andere Dinge dazwischen besuchen, bzw. einfach auch mal einen Stop einlegen, um zu essen.

 

Adressen

Fundación Cesar Manrique
Taro de Tahíche – C/ Jorge Luis Borges, 16
35507 Tahíche. Lanzarote
Webseite

Casa César Manrqieu – Haría
Calle Elvira Sánchez, 30, 35520 Haría, Las Palmas, Spanien
Webseite

Jardin de Cactus
Av. Garafía, 35544 Guatiza, Las Palmas, Spain
Webseite

Cueva de los verdes
35542 Arrieta, Las Palmas, Spain
Webseite

Jameos de Agua
Carretera Arrieta-Órzola, S/N, 35542, Las Palmas, Spain
Webseite

 

Viel Spaß!

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