Meditation Tipps

Quiet the mind and the soul will speak.

Ma Jaya Sati Bhagavati 

Wer bei dem Satz einer Panikattacke nahe ist, dem kann ich nur sagen: Es ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um mit Meditation anzufangen oder es noch mal zu versuchen. Zumindest bin ich dieser Meinung. Denn immer dann, wenn ich merke, dass ich stille nicht ertrage, heißt es auch für mich, dass ich etwas mit mir ausarbeiten muss oder auflösen muss. Und so muss sich mich dann immer erst zusammenreißen und schauen, dass ich meine Meditationspraxis einhalte. Das ist nicht immer einfach. Vor allem zu Zeiten, in denen man die Stille kaum erträgt, scheint es unmöglich die Gedanken bei der Meditation “vorbeiziehen zu lassen”. Hingehen erlebt man sie, als schwarze Nebelwand die nicht gedenkt sich aufzulösen oder einem Fliegenschwarm der einen ständig aus der Stille herauszieht, wie bei diesem Video – fast unerträglich in dem Moment, aber sobald man wieder bei sich ist – wird alles besser.

Als ich das erste Mal meditiert habe, war es furchtbar. Ich dachte, ich würde gleich Platzen vor Gedanken und vor Wut, dass ich es nicht geschafft habe auch nur einen Gedanken vorbeiziehen zu lassen. Damals gab es noch nicht so viel Literatur, Webseiten oder Apps dazu und damit hatte ich kaum eine Möglichkeit mich auszutauschen oder Weg zu finden wie ich das Meistern könnte. Aber ich wollte es unbedingt und habe geübt bis ich es eines Tages geschafft habe meine Gedanken vorbeiziehen zu lassen und für den Moment zu sein. (Die ersten 10 Sekunden waren die schwersten) In dieser Zeit habe ich einiges gelesen aber auch einiges für mich gelernt was ich auch mit euch teilen möchte. Vor allem aber, habe ich für mich viele Ratgeber ad acta legen müssen, weil ich meine Autobahn im Kopf nicht so regeln konnte wie es andere tun. Solltest du auch immer das Gefühl haben eine 10-spurige Gedankenautobahn zu haben, dann könnten dir diese Tipps helfen Meditation in deinen Alltag leichter einzubauen.

Dein Meditationsplatz

Abgesehen von den eigenen Gedanken kommen immer wieder Störfaktoren von außen die einen aus der Ruhe bringen können oder neue Gedanken im Kopf aufpoppen lassen. Wir kommen erst in der Stille darauf welche Geräusche ein Raum so haben kann. Deswegen ist es sinnvoll sich einen Platz für die Meditation zu suchen und diesen auch zu behalten. Dort kennt man schon die typischen Geräusche, man weiß schon welche Störfaktoren eintreten können und irgendwo ist es auch ein Teil des täglichen Rituals, wenn man sich zu dem Platz begibt. In meinem Fall meditiere ich zwischen Mai und Oktober immer auf meiner geliebten Veranda umrundet von meiner Sukkulenten Familie – im Herbst wandere ich dann meistens in mein Atelier aus.

Sitzen statt Meditationskissen

Meditationskissen sind ja wirklich schön und ich finde, sie sind auch richtig bequem. Allerdings lenken sie einen – vor allem, wenn man nicht gewohnt ist auf ihnen zu sitzen – ab von dem, was man beim Meditieren tun sollte: nichts außer Sein. Wer nicht im Schneidersitz ohne Rückenschmerzen sitzen kann, wird kaum seine Gedanken vom Schmerz wegbringen – deswegen besser auf dieses hübschen und instagrammable Kissen verzichten. Setze dich besser gemütlich auf dein Sofa, lehne dich zurück, bleibe aber aufrecht sitzen und mache es dir mit Kissen so richtig bequem. Ganz wichtig ist es deine Füße auf den Boden zu geben und dich zu erden. Meditation hilft dir im “Jetzt” zu sein – dazu gehört genauso das göttliche (daher ein aufrechter Kopf) als auch die Mutter Erde (Füße am Boden) – nur so kannst du auch deine Mitte leichter finden. Das heißt, nicht dass man nicht im Schneidersitz sitzen kann (ich tue es auch) aber am Anfang ist es für viele einfacher es nicht zu tun.

Gedanken aufschreiben

Wer viele Gedanken hat und dem viel beschäftigt, sollte zuerst seine Gedanken irgendwo parken. Mir ging es Anfangs so, dass ich einfach gar nicht Gedanken vorbeiziehen lassen konnte, weil sie im Multipack daherkamen und mich emotional so aufgewühlt haben, dass die “innere Stille” schon vorbei war als ich meine Augen geschlossen habe. Das hat mich fast in den Wahnsinn getrieben. Irgendwann habe ich begonnen einfach jeden Morgen meine Gedanken aufzuschreiben und überhaupt immer ein Büchlein mitzuhaben in denen ich Gedanken aufschreibe damit sie mal “geparkt” sind. Das habe ich dann auch während meiner ersten Meditation-versuche gemacht. Damit konnte ich mir selbst “darüber denke ich später nach” sagen und mich dem widmen, was ich tun wollte. Achtung: Manchmal geht da gar nichts weiter, nur nicht ärgern, sondern beim nächsten Mal wieder darauf einlassen – es wird mit der Zeit besser.

Meditations App

Grundsätzlich bin ich ja keine Freundin von Smartphones in der Freizeit mehr. Während ich noch vor 2 Jahren dachte, dass das tracken von allen Bewegungen, die man so am Tag macht, ganz witzig ist – bin ich heute nicht wirklich eine Freundin davon. Bewusst eine App verwenden: Ja, aber so jeden Tag vergleichen, ob man nun 9000 oder nur 2000 Schritte gemacht hat, hat mich persönlich unrund gemacht. Wo ich aber Apps gut finde ist, wenn sie ein Verhalten positiv unterstützen, ohne unbedingt zu viel Druck aufzubauen. Im Klartext: Ich finde Meditations-Apps super solange ich sie zum Meditieren nutze – in dem Moment wo mich so eine App die ganze Zeit daran erinnert, dass ich meditieren sollte, lösche ich sie. Die für mich beste Meditations-App ist definitiv Headspace . Nicht nur, dass sie die schönsten Animationen haben und es gut erklärt wird – man hat das Gefühl, dass es mit viel Herzblut gemacht wurde. Sie hilft einen dran zu bleiben und neue Dinge auszuprobieren. Und das schöne: Man kann mit 5 Minuten anfangen und sich steigern. Einfach ausprobieren – du wirst dich wundern, wie schnell du plötzlich nach 20 Minuten denkst: war’s das schon?

Bauchatmung üben

Grundsätzlich beobachtet man seine Atmung bei der Meditation und verändert sie nicht. Was aber passiert ist, dass wenn man schlecht atmet oder nur im oberen Bereich des Oberkörpers arbeitet, man sich nie entspannt. Atmung ist etwas Essenzielles in unserem Leben und beeinflusst unser Verhalten, unsere Emotionen usw. Wer seine Atmung beobachtet kann eigentlich ganz gut auch Rückschlüsse zu seiner emotionalen Befindlichkeit machen – aber dazu ein anderes mal. Wer sich selbst beobachtet wird schnell erkennen, dass die Bauchatmung einen schneller entspannt und vor allem auch Ruhe in einen bringt. Ganz egal wo du gerade bist und was du gerade machst, probiere einfach öfter so richtig in den Bauch zu atmen und die Bauchdecke zu heben als auch wieder zu senken. Das geht am besten am Anfang im Liegen mit den Händen auf dem Bauch. So spürst du es richtig gut. Einfach einatmen und bis 4 zählen und beim Ausatmen bis 6 zählen – das hilft. Mache das auch vor deiner Meditation ein paar Mal – so viel du brauchst – um dich in eine lockere Bauchatmung zu bringen und schon deinen Fokus auf deine Atmung zu lenken, bevor du startest.

Liebe den Weg

Meditation ist etwas, dass jeden Tag anders ist. So wie Yoga weiß man nie auf was man sich einlässt. Manchmal kann man super meditieren und ist im “Jetzt”, manchmal ist man nur damit beschäftigt seine Gedanken vorbeiziehen zu lassen und hofft, dass die 30 Minuten schnell vorbei sind. Als Mensch ist man schnell geneigt sich zu ärgern und sich zu verurteilen, bzw. sich vielleicht sogar mit anderen zu vergleichen. Lass das! Umarme die Tatsache, dass du es probierst, Liebe die Situation, dass du etwas nicht kannst. Konzentriere dich auf deinen Weg, anstatt immer nur das Ziel anzustarren. Nein, das ist nicht leicht – es bedeutet Erwartungen loszulassen und das können wir Menschen nicht besonders gut. Aber statt sich zu ärgern, ist es besser es zu akzeptieren. Nur wenn wir loslassen, geben wir dem ganzen beim nächsten Versuch auch eine echte Chance. Wenn wir das nicht tun, hängen wir meistens noch am Ärger vom letzten Mal und schüren unsere Erwartungen. Lass dich darauf ein etwas neues zu erfahren – jedes Mal und jeden Tag – der Weg ist das Ziel.


Schon gewusst?

Schon 30 Minuten Meditation am Tag verbessern dein Leben – Geist und Körper – nachhaltig.

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