Zero Waste ein Anfang

Dass wenig Müll zu produzieren wichtig ist, war mir immer klar. Ich lebe nach dem Motto: Weniger ist mehr und Minimalismus ist nicht unbedingt ein Fremdwort für mich. Trotzdem war ich bisher recht bequem. Obwohl bei uns am Land der Müll nur alle zwei Wochen abgeholt wird – was natürlich dazu führt, dass man weniger Müll produziert indem man alles trennt – haben wir einiges an Müll produziert. Und wenn man sieht, was Zero Waste Expertin Bea Johnson in einem Jahr mit ihrer Familie an Müll – nämlich ein kleines Einmachglas voll – kommt man sich ganz schön lächerlich mit seiner Trennung vor. Das, was sie in einem Jahr für Müll zu viert produzieren, dazu brauche ich maximal einen Tag. Das wurde mir schon vor einem Jahr sehr bewusst, aber irgendwie wollte das Thema bis vor einigen Wochen einfach keine Priorität werden. Als ich dann den Film “The Third Industrial Revolution” gesehen habe, hat es mich innerlich richtig gebeutelt und schon war ich mitten drin mir tausende Talks und Videos über Zero Waste und andere Themen anzusehen. Zero Waste ist ein guter Start um das eigene Leben zu verändern – das ist doch eigentlich leicht, dachte ich und schon im nächsten Augenblick wurde ich eines besseren belehrt. Denn Zero Waste ist in unserer industrialisierten und marketinglastigen Gesellschaft eine richtige Schwierigkeit. Ein einfacher Alltag ohne Müll? Unmöglich, wenn man nicht viele Dinge verändert und vor allem auch richtig vorsorgt.

Zero Waste – am Anfang mal beobachten

Sich selbst und das, was man so kauft beobachten, ist wohl die beste Medizin um zu erkennen, wie viele Dinge unnötig und vor allem ökologisch fraglich verpackt sind. Das habe ich gemacht. Immer wieder einen ganzen Tag mal den Müll in eine Box gegeben und am Abend geschaut, was ich so gebraucht habe. Das ist eine ganz schöne Menge Müll. Wer das mal eine Woche lang macht, ist schnell vom schnellen Konsum geheilt. Sackerl, Wasserflaschen, Coffee to Go, Essen bestellen, usw. wird spätestens jetzt zur Qual. Und auch die Einkäufe ohne eigene Tasche muss man plötzlich hinterfragen, bis man immer die eigene Tasche mit hat. Bei mir geht es so weit, dass ich schon nach dem zweiten Tag der Meinung bin, mal doch die Vorräte aufzubrauchen, bevor ich überhaupt noch etwas kaufe und bis dahin mal zu sehen, wo ich die Dinge entweder in großen Gebinden oder ohne Verpackung bekomme. Uff! Gleich eine Vorwarnung: Etwas verrückt macht man sich dann schon.

Zero Waste – Organisationswut

Nach einer Woche bin ich schon etwas paranoid. Darf ich das kaufen? Gibt es das auch anders? Muss ich das haben? Will ich das? Welchen Behälter gebe ich wohin?  Während ich alles durchsuche und durchforste, schaue ob ich das anders kaufen kann, etc. ordne ich auch gleich das ganze Haus. Dabei starte ich meine neue Ordnung, schenke Dinge her, entsorge Sachen die keiner mehr braucht, überlege mir Systeme, wie ich den Müll besser ordnen kann, usw. – hier bin ich noch mitten drin. Zero Waste ist nicht nur etwas, was man einfach tut, sondern ein Teil von dem, was man leben muss: ein nachhaltiges Leben.

Mein Zero Waste – Starterpackage

Beim Umräumen habe ich viele Dinge gefunden, die ich dazu nutzen kann. Bei manchen Dingen muss man manchmal einfach etwas Neues kaufen, weil es praktischer ist. In meinem Fall ist es aber definitiv nicht so. Dank sehr vielen Geschenken der letzten Jahre, habe ich mir ein recht schönes Package zusammenstellen können mit Dingen, die ich schon hatte und jetzt mehr brauche als früher. Wenn was kaputt geht, dann werde ich es austauschen. Solltest du keine solche Dinge besitzen, kann ich dir nur raten, die Dinge lokal und in einem der nachhaltigen Bio Shops zu besorgen. Achte dabei am besten, dass es auch möglichst nicht verpackt ist 😉

Zero Waste Starter PackageZero Waste Starter Package

  • Wasserflasche: Ich habe meine mal bei einer Kooperation geschenkt bekommen. Wer sich eine neue kaufen möchte, sollte auf Soulbottles zurückgreifen.
  • Einkaufstasche: Ich habe einfach meinen Rucksack von der Saint Charles Apotheke, die ich mal von ihnen geschenkt bekommen habe genommen. Dicke Netzbeutel finde ich da nicht so praktisch, schließlich hat man da auch die unverpackten Mini-Tomaten drin.
  • Food To Go: Die Edelstahlboxen haben wir geschenkt bekommen zum Wandern. Sie sind perfekt und vor allem sehr leicht. Damit kann man sein Essen einfach mitnehmen.
  • Besteck: Ich nehme mir einfach das Besteck von Zuhause mit.
  • Servietten: Stoffservietten halten einfach länger. Am besten hohe Qualität kaufen, dann kann man sie auch oft waschen.
  • Coffee 2 Go: Meinen Kaffeebecher habe ich mir vor 12 Jahren in Yale gekauft. Seitdem begleitet er mich. Wenn ich mir einen neuen kaufen würde, würde ich mir einen von Klean Kanteen kaufen, weil es einfach auch kalt/warm hält.
  • Einmachgläser: Ja, die gekauften sind süßer. Aber für Zuhause sind auch die Gläser ausreichend, die man so und so kauft. Im Winter gehe ich öfter meiner Staud’s Rote Rüben Sucht nach und da sammeln sich da einige schöne Gläser an.

 

Der Anfang ist gemacht – wie geht’s weiter?

Man muss schon mal alles unter einen Hut bringen – Schritt für Schritt. Ausmisten, Dinge hinterfragen, Platz schaffen – ein minimalistisches Leben bedeutet auch ein nachhaltigeres Leben. Und genau dahin bewege ich mich gerade und bin des öfteren verärgert über Unternehmen, Menschen und die Kopflosigkeit mit der die Bequemlichkeit einhergeht. Denn ja, es ist super praktisch sich jederzeit eine Flasche Wasser kaufen zu können oder einfach mal Essen zu bestellen oder beim Einkauf gleich ein Sackerl zu bekommen – aber es ist unnötig. Wir können Wasser mitnehmen, wir können unseren Hunger auch selbst stillen und wir haben alle mindestens 1 Stoffsackerl Zuhause, das wir mitnehmen können.

Wie geht’s euch mit dem Thema? Schon versucht? ein 

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1 Kommentar
  1. 🙂 Liebe Viki,
    ich bin zwar noch lange nicht so weit wie Du, aber ich sehe das ähnlich.
    Kaffee nehme ich immer im eigenen Becher mit. Meistens trinke ich Leitungswasser. Aber ab und an kaufe ich doch mal eine kleine Flasche unterwegs – die wird dann so lange wiederbefüllt, bis sie kaputt geht oder ich sie irgendwo versehentlich stehen lasse.
    Und natürlich habe ich immer eigene Taschen zum Transport dabei…
    Schönen Abend und liebe Grüße
    Claudia 🙂

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